Kollektives Notizbuch

Das von Charles Clark erfundene „Collective Notebook„ ist eine Kreativitätstechnik, die zu den Brainwriting- und Assoziationstechniken gehört.

Es stellt eigentlich eine besondere Form des Brainstormings dar, bei dem die gegenseitige Anregung zur Ideenproduktion nicht bei gleichzeitiger Anwesenheit der Teilnehmer/-innen vonstatten geht.


 

Der Ansatz

Für Umstände also, die ein gemeinsames Arbeiten zur Ideenfindung in einer Gruppe aus bestimmten Gründen nicht zulassen, kann man das Kollektive Notizbuch als schriftliche Brainstorming-Methode einsetzen.

Der Ideenfindungsprozess dauert dann durchaus auch schon einmal sehr viel länger. Zwei bis vier Wochen sind da keine Seltenheit. Bei einem gemeinsamen Meeting werden die Ideen dann gesichtet und ausgewertet.

 

Kollektives Notizbuch - Eignung

Lösungssuche komplexer Fragestellungen. Diese Methode ist besonders dann anzuwenden, wenn von einem Team Ideen gefunden werden müssen, das Team aber nicht zeitgleich und am gleichen Ort arbeiten kann. Diese Technik ist aber auch geeignet, zusätzliche Ideen, die häufig durch die Entspannung nach einem Kreativmeeting, in einer Inkubationsphase, als Geistesblitze entstehen, zu sammeln.


Kollektives Notizbuch - Wie es funktioniert

Jeder Teilnehmer erhält den Auftrag, zu einer Herausforderung über einen nach oben offenen Zeitraum (oft zwei bis vier Wochen) seine Ideen und Gedanken schriftlich festzuhalten.

Dazu wird ein Notizblock oder Notizbuch genutzt, das auf den ersten Seiten eine Beschreibung der Herausforderung enthält. Das Notizbuch liegt an zentral erreichbarer Stelle im Unternehmen oder in der Abteilung aus.

Häufig werden auch die Teilnehmer verpflichtet täglich das Notizbuch zu sichten und einen Sichtvermerk anzubringen auch, wenn sie keine neue Idee oder Weiterentwicklung beitragen konnten.

Die prinzipiellen Schritte in dieser Methode:

Schritt 1: Vorbereitungsphase

  • Problemstellung formulieren
  • Teilnehmer auswählen
  • Notizblöcke / Notizbücher vorbereiten

Schritt 2: Durchführungsphase

  • Notizbücher nutzen und Ideen, Gedanken und Anregungen notieren
  • Spontane Eintragungen
  • Tägliche Eintragungen und tägliche Sichtung

Schritt 3: Zusammenfassung und Resümee

  • Auswertung: Zusammenfassungen abgleichen
  • Notizen durchsehen
  • Basisvorschläge zur Problemlösung erarbeiten
  • Konzepterstellung in gemeinsamer Gruppensitzung

 


 

Benno van Aerssen über das Kollektive Notizbuch

Brainstorming ohne Kultur funktioniert nicht
Benno van Aerssen entwickelt Ihre Innovationskultur

Vorteile

Der große Vorteil ist, dass sich die Teammitglieder nicht gegenseitig beeinflussen. Es ist ebenfalls nicht erforderlich, dass das Team zusammen an dem Problem arbeitet.

Die Ideen können über einen längeren Zeitraum unmittelbar dann gesammelt werden, wenn sie entstehen.

Nachteile

Die Methode dauert sehr lange und ist wirklich nur dann effizient, wenn alle Teilnehmer sich jeden Tag weiter mit der Herausforderung und dem Notizbuch auseinandersetzen – das verlangt schon eine sehr gute Disziplin und auch ein gutes Zeitmanagement.

Anmerkungen

Als Variante der ursprünglichen Methode erhält jeder Teilnehmer ein persönliches Notizbuch als täglichen Begleiter. Die Teilnehmer sollten dann das Notizbuch nach Möglichkeit immer bei sich tragen, um auch spontan aufkommende Einfälle festhalten zu können.