"Für Ideen kämpfen" mit Theo Bergauer

Theo Bergauer erzählt wie man "Für Ideen kämpft"
Theo Bergauer erzählt wie man "Für Ideen kämpft"

 

“Man muss Ideenfindung und Innovationsfähigkeit als omnipräsentes Thema mit Verflechtung in alle Lebensbereiche sehen” (Benno van Aerssen)

Aus diesem Grund ist Benno van Aerssen seit Jahren auch mit Experten aus den verschiedensten Themen und Disziplinen vernetzt um stets eine aktuelle und breite Sicht auf seinen eigenen Themenbereich sicher zu stellen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen nun die Methoden und Werkzeuge zeigen, mit denen man erfolgreich "für Ideen kämpft". Dazu hat Benno van Aerssen mit seinem geschätzten Kollegen Theo Bergauer ein Interview geführt.

Theo Bergauer ist bereits der Experte zum Thema "Souveränität" im Business-Alltag. Sein neues Buch  "Warum Gewinner mehrfach siegen" gibt nun auch konkrete Einblicke in die Denkwelten von erfolgreichen Sportlern und Unternehmen.

Benno van Aerssen und Theo Bergauer begleiten seit einiger Zeit auch gemeinsam Kunden um noch fundamentaler und nachhaltiger Innovations- und Changeprojekte zum Erfolg zu verhelfen.

 

Das Experten-Duo Interview

Theo Bergauer "Warum Gewinner mehrfach siegen"
Theo Bergauer "Warum Gewinner mehrfach siegen"

Benno van Aerssen: “ Wie kann man deiner Meinung eine Verbindung zwischen „Sportchampions“ und „Ideenchampions“ herstellen?“

Theo:

Die Verbindung beginnt meistens  schon im Kopf. Die Sportler haben irgendwann mal eine fixe Idee gehabt – etwas sowas wie „ich will auf dem Podest sein“ oder „ich will Sieger sein“ oder „ich will Olympiasieger oder Weltmeister sein“. Das steht immer am Anfang diese Ursprungsidee zu haben. Und das ist genauso bei den Ideenchampions, dass man einen Traum hat und die Vision hat, von dieser Ursprungsidee hat.
Daher ist es bei beiden wichtig, dass erst einmal Großes zugelassen wird. Wenn ein Amateursportler der gerade erst angefangen hat gleich sagt, ich will  Olympiasieger werden,  dann ist das natürlich schon ein bisschen vermessen, aber wir haben es hier natürlich oftmals mit Kindheitsträumen zu tun. Daher ruhig etwas Großes zulassen.

Aber es ist natürlich auch wichtig eine Strategie zu haben, d.h. im Wettkampf selber flexibel zu sein. Dabei gilt es auf Wetterbedingungen einzugehen, sich auf Gegner einzustellen und Ideen zu haben. Sein Wettkampftempo und seine Strategie stets zu ändern. Und das ist auch bei Ideenchampions so. Wenn Sie mal in einer Sackgasse sind, sich auf diese  veränderten Bedingungen einzustellen und auf neue Ideen und Lösungsansätze zu kommen.
Eine Parallele gibt es noch, dass beide kontraproduktiv sind, wenn Sie Druck verspüren. Sobald Sie gesagt bekommen, dass sie unbedingt auf eine Lösung oder eine Idee kommen müssen, dann funktioniert es erst recht nicht. Und genauso ist es beim Sportler auch. Wenn der sagt: „Ich hab so viel Druck, ich muss den Titel holen, weil so viele Leute zuschauen.“ Dann ist da so viel Druck dabei, dass man im Kopf nicht frei ist - dann wird’s auch ganz schwer. Es  muss trotzdem jederzeit die Lockerheit im Kopf zugelassen werden.

 

 Benno van Aerssen: “Warum ist der Zusammenhang so wichtig?“

Theo: 

Herausforderungen zu meistern – das haben beide. Wir werden immer wieder vor neue Tatsachen  und schier unlösbare Situationen gestellt. Dabei wird immer verlangt, in besserer Zeit, mit mehr Qualität, mit weniger Ressourcen, die wir zur Verfügung haben. Das sind immer wieder diese neuen Herausforderungen, die zu stemmen sind. In der Wirtschaft sind das vielleicht Krisen oder Wettbewerbsänderungen und beim Sportler sind auch Herausforderungen gegeben. Dass kann eine Verletzung sein, das können Regeländerungen sein, wie z.B. in der Formel 1, wo es plötzlich heißt, dass es neue Motoren gibt oder andere Gesetze und Regel im Motorspor. Dann heißt es auch diese Herausforderungen zu meistern und dies schafft man, wenn man zurückgeht auf die Leidenschaft und diese Leidenschaft leitet man aus der Vision ab. Zudem heißt es stets dafür zu kämpfen, dass beste zu geben und zu leisten und dabei eine enorme Disziplin an den Tag zu legen.


Benno van Aerssen: “ Wie wirkt sich dies auf die Wertschöpfung und den Innovationserfolg eines Unternehmens aus?“

 

Theo:

Auch da nehme ich gerne die Anleihe aus dem Sport. Wenn man wie ich selber sehr viel Sport treibt, weiß man dass es immer Wettbewerb gibt.  Und Wertschöpfung bedeutet eben auch sich dem Wettbewerb zu stellen, Ergebnisse zu erwirtschaften, besser  zu sein als der Wettbewerber, Renditen zu erzielen. Eben das Wertschöpfung messbar wird. Beim Sportler sind es dann gleichermaßen die Werte die gemessen werden, die Zeiten, die Weiten, Punkte oder wie beim Fußball die Tore. Da ist die Leistung gleich messbar. Genauso ist es natürlich auch bei Innovationen und bei Geschäftsideen, da ist es wichtig, dass man Anreizsysteme schafft, dass die Unternehmer dafür sorgen, dass Mitarbeiter und Teams keine Angst haben vor Kontrolle, die dieses Messsystem bedeutet, sondern dass es letztlich eher ein Anreizsystem ist.


Benno van Aerssen: “ Bei Anreizen spricht man oft von intrinsischer und extrinsischer Motivation. Welche ist denn bei Sportlern stärker?“

 

Theo:

Beides muss sein, die von innen und die von außen, wobei die von innen natürlich die treibende ist. Ich kenn viele Sportler, die sind Egoisten und Alphatiere, die sind von der eigenen Motivation getrieben, von innen heraus, das sie vom dort die meiste Kraft spüren. Wenn dazu noch die bestätigende Anerkennung kommt, dann bedeutet das natürlich auch noch einmal eine Triebfeder von außen.

 

Benno van Aerssen: “Wie schätzt Du das KnowHow über das Themen-Duo “Sportlichen Erfolg und Unternehmenserfolg”  in den Führungsetagen deutscher Unternehmen ein?“

 

Theo:

Auch hier bediene ich mich wieder die Anleihe aus dem Sport. Ich hab ja mit vielen Geschäftsführern, Vorständen, Bereichsleitern, Abteilungsleitern in Unternehmen und auch bei Mittelständlern zu tun und hier merke ich schon, dass das dort  immer wichtiger wird, selbst fit zu sein. In gesunden Unternehmen  arbeiten auch gesunde Mitarbeiter. Und diese verantwortungsvollen  Führungskräfte  leben das vor  und darum geht es, nicht nur zu sagen, lieber Mitarbeiter lebst du sportlich und gesund, sondern es vorzuleben. Die Führungskräfte brauchen das, es ist ein Teil Ihrer Arbeit sich fit zu halten, körperlich fit zu sein eben durch Ausdauersport.
Aber natürlich muss es auch sportlich zu gehen in den Unternehmen. Es muss fair sein, das ist ganz wichtig. Trotz der Härte in einer Leistungsgesellschaft muss es auch sportlich sein, also fair. Bei beiden, sowohl beim sportlichen Erfolg als auch beim Unternehmenserfolg ist eines gleich, nämlich der Lohn für die harte Arbeit. Im sportlichen bedeutet das Training, Training, Training! Ich kenne viele, die wissen, dann wenn der Wettbewerber nicht trainiert, wenn ich dann  trainiere (also z.B.an Weihnachten oder am Geburtstag), dann habe ich einen größeren Rückhalt, einen größeren  Puffer, eben weil ich mehr trainiere als der Konkurrent.
Und genauso ist es auch in Unternehmen, einen Tick mehr zu tun, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen. Dabei ist natürlich wichtig immer und jederzeit, das wertvolle Team mitzunehmen, um die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft dabei hochzuhalten.

 

Benno van Aerssen: “Welche grundlegende Bedeutung haben die Faktoren Disziplin und Leidenschaft für die zukünftigen Businesspotentiale?”

 

Theo:
Also da nenne ich zu allererst die Leidenschaft, die der Ursprung ist. Wenn du nicht selber brennst, wenn deine  Idee nicht begeisternd und mitreißend ist, dann wirst du keine Multiplikatoren finden. Und deshalb ist es so wichtig für seine Idee zu brennen, sie zu lieben, praktisch besessen zu sein von dieser Idee. Dass ist der Ursprung. Dann geht es auch leichter die Hindernisse und Hürden zu überwinden, dafür braucht es die Disziplin. Die Disziplin ist dann gefragt, wenn andere schon längst aufgeben. Wenn sie nicht mehr können und alles hinschmeißen wollen.  Das kann auch erst kurz vor dem Ziel sein. Dann ist es wichtig trotzdem zielstrebig daran zu arbeiten und einfach weiter zu machen. Es ist oft auch der innere Schweinehund der sagt, ich mach es mir einfach oder ich mach es mir leichter. Nein, da muss man immer wieder seinen inneren Schweinehund überwinden, eben um gegen diese eigene Bequemlichkeit anzugehen.
Es muss aber trotzdem konsequent und fair sein, es darf dann weder mit Hauen und Stechen zugehen, noch mit unfairem Wettbewerb oder mit unfairen Mitteln.

 

Benno van Aerssen: “Aus deiner Erfahrung, wieviel Prozent der Führungskräfte leben das vor und bei wie vielen Prozent, handelt es sich um Lippenbekenntnisse?“

 

Theo:

Also meine Erfahrung ist es, wenn es inhabergeführt ist, wenn es eigene Unternehmer  in Familienunternehmen sind, dann ist die Leidenschaft, die Disziplin, höher als in großen Konzernen bzw. in großen Unternehmen. Da ist diese Verbindlichkeit, sozusagen die Ursprungsidee, zu weit weg gerückt.

 

Benno van Aerssen: “Also was können Unternehmen ganz praktisch tun um Ihren Innovationserfolg durch die Inputs von erfolgreichen Sportlern zu verbessern?“

 

Theo:
Ja, da habe ich mal ganz pragmatisch überlegt, was kann man denn tun und bin darauf gekommen, Sportler und Unternehmen einfach zusammen bringen, so wie ich in meinem Buch gemacht habe. Von beiden zu lernen, diesen gegenseitigen Benchmark zu haben. Das gilt sowohl für einen Unternehmer, der sagt, ich möchte auch mal einen Sportler bei mir haben, um ihn über die Schulter zu schauen, als auch umgekehrt für den Sportler. Es sollte die Möglichkeit bestehend, jederzeit Talkrunden miteinander auszurichten.
Das ist auch eine Belohnung an die Mitarbeiter, wenn so ein top VIP-Sportler zu Besuch kommt. Das ist eine besondere  Wertschätzung, dieses „Meet & Greet“, dieses nahe aufeinander treffen. Und gleichzeitig ist immer eine schöne Geschichte, die man auch nach außen erzählen kann. Aber es ist natürlich auch wichtig einen Coach dabei zu haben.  (und ich kenne keinen der aktiven Weltmeister oder Sportler, die ohne Trainer oder Coach unterwegs sind)  Aber so viele Unternehmer scheuen sich noch, jemand, der im Ideen finden gut ist, der Werkzeuge und Methoden hat, so wie Ihr, mit an Bord zu nehmen, um es sich leichter zu machen. Da ist mein Tipp, einen Trainer/Coach von außen zu holen, um dann mit Ihm die weiteren Schritte zu gehen. 
Und letztlich ganz pragmatisch – mein Buch kaufen: „Warum Gewinner mehrfach siegen“.

 

Benno van Aerssen: “Kannst du in 2-3 Sätzen schildern, worum es in diesem Buch geht?“

Theo:

Also es sind Empfehlungen, insgesamt 12 Tipps, die zeigen, wie Sie es schaffen können, Lösungen zu finden und wie Sie es schaffen, die Hindernisse zu überwinden, die uns im Leben aufgebaut werden.
Und zum anderen schauen wir bei den Sportlern und Unternehmen in verschiedene Themen und Bereiche rein, wo ich festgestellt habe, dass sie dabei helfen erfolgreich zu sein, wie z.B. „Strategie& Vision“ oder ein anderer Themenschwerpunkt ist „Kreativität & Innovation“ (mit einem Unternehmer und einer Radfahr-Weltmeisterin) oder noch der Bereich „Kommunikation & Dialog“ .
So zeigt es vielfältige Themen, die jeweils immer einem Unternehmer/Sportler-Pärchen zugeordnet werden, die dann Rede und Antwort stehen zu den korrespondierenden Fragen des Themas.

 

Benno van Aerssen: “Sind durch diese Massnahmen signifikant mehr Ideen zu erwarten?“

 

Theo:
Die Erfahrung zeigt schon, dass wir eine andere Stimmung dadurch haben, wenn wir uns mit neuen Impulsen bzw. mit den Sportlern auseinander setzen. Sport  hat eine Sogwirkung. Wenn man sieht, wieviel Leute alleine beim Fußball vor dem Fernseher sitzen. Sport hat auch eine Kultur, denn herrscht eine andere Art der Kommunikation. Deshalb ist meine Meinung, dass es eine andere Denkkultur bringt, diese Parallelen aus dem Sport. Jeder will gern sportlich sein -  jeder schaut Sport - jeder hat Idole und die helfen auch, sich selber auf neue Ideen einzustellen. Was noch sehr wichtig ist, dass die Beziehungen untereinander passen. Auch das ist ganz signifikant, wenn die Stimmung und das Klima im Team nicht passen, dann wird´s schwer. Man muss daher auch da ansetzen, dass die Beziehungen untereinander passen und das ist in einem Sport-Team ja genauso.  Natürlich ist es dann besonders wirkungsvoll, wenn wir von außen auch die tools nutzen. 

Das ist wie beim Sportler: Wenn der kein gutes Equipment hat, kann er auch nicht den Sieg einfahren, darum nutzt er diese Hilfen gerne. Und diese Werkzeuge werden zur Verfügung gestellt von Euch oder von anderen, die als externe Trainer oder Coaches in diese Prozesse mit einsteigen.

Und die werden auch gerne genutzt, weil auch da das Vertrauen zum externen Know-How da ist und die Hilfe in neue Denkstrukturen hinein zu kommen.

 

 

Benno van Aerssen: “Und welche konkreten Veränderungen bedeutet dies für den einzelnen Mitarbeiter (sozusagen als Mensch)?

Theo:
Also der Sportler ist im Wettkampf oft alleine. Beim Sportler ist es daher genauso, wie bei jedem normalen Menschen, ohne die eigene Motivation, wird es keine Fremdmotivation geben. Daher  sollte man sich in eine gute Stimmung bringen. Natürlich ist es beim Sport so, dass die Atmosphäre in einem Olympiastadion oder wenn viele Zuschauer zujubeln und Schlachtrufe singen ganz besonders ist und entsprechend motiviert und antreibt Höchstleistungen zu bringen, Aber trotzdem muss er eine eigene Grundmotivation haben - er muss sich freuen und keine Angst vor dem Wettbewerb haben,

Dann muss man aber auch Umdenken, mehr vom ICH zum WIR, d.h. mehr in Richtung Teams. Auch ein Einzelsportler ist ein Weltmeister, aber das ist genau der Unterschied zwischen Siegern und Gewinnern.

Der Sieger ist ein Alphatier, der schaut nur, dass er den Sieg für sich erlangt. Ein Gewinner ist der, der auf dem Siegespodest auch das Gefühl vermittelt, dass eine ganze Mannschaft dahinter steht. Das sind die Betreuer, die Masseure, der technische Ausstatter. Bis hin, wenn es eine Medaille für Deutschland ist, dann ist ganz Deutschland stolz, wenn wir eine Goldmedaille haben. Das reicht also ganz weit.

Und natürlich immer wieder mutig raus aus der Komfortzone, nicht ausruhen, sich mutig auf Neues einzulassen. Dass geht auch immer von der  Person aus, diese Widerstände auch mit sich ausmachen zu können. Denn alles Neue dauert am Anfang eben länger - alles ist am Anfang komplizierter, weil es noch keine Routinen und andere geregelte Abläufe gibt und es am Anfang sogar unwirtschaftlicher erscheint.

Ich kenn die Diskussion vom Eric Frenzel, wenn der Sprungstil umgestellt wird oder beim Langlauf oder beim Radfahren, wenn von Alu-Rahmen auf  Carbon-Rahmen gewechselt wird. Das sind alles immer Veränderungen, die am Anfang Kraft brauchen und sogar einen kleinen Rückschritt darstellen, aber am Ende sind sie meist der gewinnbringender Wettbewerbsvorteil.

 

Benno van Aerssen: “Ist es tatsächlich die Vision bei den Sportler, die hilft bei solchen Veränderungen, bei solchen abrupten Wechseln, die Komfortzone zu verlassen und dann doch durchzuhalten?“

 

Theo:
Die Vision und zum anderen auch das Vertrauen. Denn es ist ja oft ein Heer von Menschen außen herum, die Forschung oder beim Radfahren ist es z.B. eine Hochschule, die die Räder erstellt. Beim Bob genauso. Dass sind also wirkliche vertrauenswürdige Personen, die sagen glaubt dran. 

Meistens ist es der Coach und bei einigen Sportlern ist der Trainer sogar der eigene Bruder oder eine ganz vertraute Person z.B. der Vater! Dass ist dann eine ganz interessante Konstellation, weil da hohes Vertrauen ist und dadurch wird diesen nahen Personen auch viel Vertrauen geschenkt, getreu dem Motto: „Wenn du das sagst, dann ist das schon richtig.“