Attribute Listing

Die Methode Attribute-Listing steht mit dem Morphologischen Kasten in enger Verwandtschaft. Sie hat jedoch im Vergleich dazu einen etwas engeren und detaillierteren Anwendungsbereich.

Attribute Listing - Eignung

Mit Attribute-Listing wird systematisch versucht, alle Ansatzmöglichkeiten für Produkt- und Prozessverbesserungen aufzuzeigen. Es ist eine ideale Methode, wenn man zum Beispiel die „Lebenskurve“ eines Produktes verlängern will, indem man es mit einer interessanten Neuerung ausstattet, ohne dass eine grundsätzliche Neuentwicklung durchgeführt werden müsste.


Attribute Listing - Wie es funktioniert

Wie erwähnt, geht die Methode von einem bestehenden Objekt oder Prozess aus. Dieses Objekt – zum Beispiel ein Produkt – wird nun in alle seine Merkmale aufgelöst und deren IST-Zustand genau beschrieben. Dann sucht man nach allen Möglichkeiten, wie jedes Merkmal anders gestaltet oder ausgeführt werden könnte. Findet man dabei die eine oder andere interessante Variation, dann kann dieser Bestandteil einer Neukonzeption werden.

Schritt 1:

Zerlegung eines Produktes, Verfahrens oder einer Leistung in seine beziehungsweise ihre einzelnen Merkmale

Schritt 2:

Beschreibung der derzeitigen Ausführungen aller Merkmale (IST-Zustand)

Schritt 3:

Systematische Suche nach Variationsmöglichkeiten der Gestaltung eines jeden Merkmals

Schritt 4:

Auswahl und Realisation interessanter Variationen

 

 

Vorteile:

  • Eine schnell und einfach anzuwendende Technik, die ohne großen Trainingsaufwand eingesetzt werden kann.

Nachteile:

  • Die Methode lässt sich nur für Produkt- und Prozessinnovationen einsetzen und ist für sehr komplexe Targets nicht besonders gut geeignet.

 

Hier ein Anwendungsbeispiel von Benno van Aerssen für das Attribute Listung

Merkmal (Attribute)

Aktuelle Lösung

Mögliche andere Variante

Einzelteile

Patrone, Feder, Oberteil, Unterteil, Kappe

Integrierte Patrone
Ober- und Unterteil ein Teil

Querschnitt

Rund

Oval mit Längsrillen

Durchmesser

gleichbleibend

Durchmesserveränderung

Verschluss

Klickverschluss

Gewindeverschluss, Bajonetverschluss

Material

PVC

Aluminium, metallisiert, eloxieren

Farbanzeige

Durch Kappenfarbe

Fenster für Patrone, Aufkleber

Halterung

Clip an der Kappe

Metallclip, Klettband

Beispiel Attribute-Listing für einen Füller




Durchführung und Moderation von Attribute Listing

Keine Fachexpertise der Teilnehmer notwendig

Das dominante Prinzip von Attribute-Listing ist das der systematischen Variation. Von der Schwierigkeit her stellt die Anwendung von Attribute-Listing geringere Anforderungen als der Morphologische Kasten.

Es ist daher eher möglich, in Gruppen zu arbeiten und Teilnehmer in den Ideenfindungsprozess einzuschalten, die nicht als ausgesprochene Fachleute für die Problematik gelten.

Dabei ist es sinnvoll, wenn der Aufgabensteller die ersten Bearbeitungsschritte allein vorbereitet, d.h. die Ausarbeitung des Ist-Zustandes (Auflistung der Merkmale des weiter zu entwickelnden Produktes oder Verfahrens, sowie die derzeitigen Gestaltungsausführungen).

Die Teilnehmer der Ideenfindungssitzung können dann gemeinsam Variationsmöglichkeiten für jedes Merkmal suchen. Dies kann sehr effizient auch nach den Regeln des Brainstorming erfolgen.