Problemlösungsbaum

Die Methode Problemlösungsbaum ist ein Verfahren, um zum Beispiel alle sich zu einem Problem anbietenden Alternativen zu erfassen und in einer geordneter Form darzustellen. Im äußeren Erscheinungsbild der Methode ist – wie der Name sagt – die Baumstruktur typisch, also eine sich hierarchisch verästelnde Grundstruktur.

Mit dem Problemlösungsbaum zu mehr alternativen Ideen
Der Problemlösungsbaum für die analytische Darstellung verschiedenen Problemalternativen.

Problemlösungsbaum - Eignung

Der Problemlösungsbaum spielt seine Stärke in der Problemanalyse und in der Ideenfindung aus. Ich setzte ihn besonders gerne ein, wenn es um die Analyse und Ideenfindung zu Prozess- und Serviceinnovationen geht. Mit dem Problemlösungsbaum lassen sich auch TargetsProbleme und Herausforderungen großer Komplexität bearbeiten.

Problemlösungsbaum - Wie es funktioniert?

Jede Verästelung des Baumes erfolgt unter einem bestimmten Gesichtspunkt, das heißt nach einem bestimmten Kriterium zur Differenzierung des untersuchten Bereichs beziehungsweise Teilthemas. Dabei sollen Sie ersuchen, solche Unterscheidungskriterien zuerst anzuwenden, die eine elementare, grundlegende Aufgliederung bewirken, und erst in den späteren Folgeverästelungen solche, die weniger entscheidende Unterschiede zwischen den Alternativen beschreiben.

Eine Aussage darüber, welche Gliederungskriterien wichtig und welche weniger wichtig sind, kann jedoch nicht allgemein getroffen werden. Sie ergibt sich erst aus den besonderen und individuellen Bedingungen des untersuchten Problems. Bei der Ausarbeitung vieler Problemlösungsbäume lässt sich zudem die verbindliche hierarchische Über- oder Unterordnung der Gliederungskriterien nicht eindeutig definieren, sondern deren Reihenfolge ist immer innerhalb gewisser Grenzen austauschbar.


Eine Herausforderung mit einem Problemlösungsbaum zu bearbeiten, erfordert fundiertes Fachwissen über den jeweiligen Sachbereich. Das Hinzuziehen von Laien in eine Problemlösungsgruppe ist bei der Anwendung dieser Methode wenig sinnvoll. Am günstigsten wenden fachkundige Einzelpersonen oder fachkundige Kleingruppen den Problemlösungsbaum bei der Bewältigung komplexer Probleme an.

Auf relativ einfache Weise lassen sich Problemlösungsbäume auch mit einem Bewertungsverfahren koppeln. In diesem Falle werden den einzelnen Verzweigungen Wertangaben zugeordnet, zum Beispiel im Hinblick auf die Bedarfshäufigkeit einer Alternative, technische Realisierbarkeit oder Realisierungsproblematik oder auf Wirtschaftlichkeit – je nachdem, worin Gegenstand und Ziel des Problemlösungsprozesses liegen. Mit integriertem Bewertungsverfahren findet man für die Methode ebenfalls die Bezeichnung „RelevanceTree“.

Schritt 1:

Vorstellung der Problemstellung

Schritt 2:

In der Gruppe werden zu einem Problem vielleicht mehrere Bäume erarbeitet. Dabei läuft die Erarbeitung nach einem Mix aus rein fachlichen Statements als auch aus Brainstormingteilen ab.

Schritt 3:

Hat man mehrere Bäume zu einem Problem erstellt wird in einer zweiten Runde versucht diese auf einen Baum zu verdichten

 

 

Benno van Aerssen über den Problemlöungsbaum

Problemlösungsbaum im Team-Workshop
Benno van Aerssen zeigt den Problemlösungsbaum

"Um derartige, unpraktikable „Mammut-Bäume“ zu vermeiden, ist es vorteilhafter, zu einem komplexen Sachverhalt mehrere Problemlösungsbäume parallel oder in Folge anzulegen."


Vorteile:

Problemlösungsbäume lassen sich äußerst vielseitig anwenden und tragen schon die Protokollierung des Meetings in sich. Sie sind ohne große Vorbereitung zu erstellen.

Nachteile:

Problemlösungsbäume werden oft schnell unübersichtlich besonders, wenn mehr als vier oder fünf Gliederungsstufen aufeinanderfolgen und sehr feine Differenzierungen bei den sich jeweils ergebenden Alternativen aufgezeigt werden sollen.