Analogietechnik

Bei der Analogietechnik wird mit Hilfe von Analogien die Betrachtungsweise auf das Problem verändert um neue Ideen zu provozieren und die Ideenfindung anzuregen.


 

Dazu werden Parallelen zu strukturell ähnlichen Dingen des täglichen Lebens ausgenutzt. Man geht davon aus, dass sich Erkenntnisse bei der Betrachtung analoger Situationen auf das ursprüngliche Problem rückübertragen lassen.

Aus der Erfahrung kann Benno van Aerssen berichten, dass diese Kreativtechnik besonders bei eher Technik orientierten Teams gut ankommt, weil sie eine gute Mischung zwischen einer straffen Methode und dennoch großen Freiheitsgraden bietet.

 

Analogietechnik - Eignung

Die Analogietechnik ist im besonderen eine Kreativitätstechnik zur Ideenfindung, die Merkmale (Eigenschaften, Attribute) der Aufgabenstellung beziehungsweise des Problems verwendet, um verwandte Situationen aufzudecken. Besonders hilfreich bei: Produkt – Innovationen, Design – Innovationen, Service – Innovationen, Technologie – Innovationen.

Analogietechnik - Wie es funktioniert

Bei den Analogie-Techniken wird zunächst eine passende Analogie für das Problem gesucht. Anschließend wird die Analogie analysiert. Dadurch, dass das Problem in einen anderen Bereich verschoben wird, können sich ganz andere und völlig neue Lösungsansätze und Iden ergeben als im Ursprungsbereich.

Die gewonnenen Ansatzpunkte können die nachfolgende Ideenproduktion in neue Richtungen lenken. Die Ansatzpunkte, die während der Analyse der Analogie gefunden wurden, werden in die Realität zurückübertragen. Dort können sie helfen, aus Denkstrukturen auszubrechen, die sich durch langjährige Erfahrung gefestigt haben oder sogar direkt als Lösungsansätze für das Problem dienen.


Bildung von Analogien

Zur Bildung einer Analogie wählt man ein Merkmal der Aufgabenstellung.

Die Analogien sind dann andere „Inhaber“ (zum Beispiel Dinge, Personen oder Organisationen), die dieses Merkmal ebenfalls besitzen.

Analogien zur einer "Universität" könnten zum Beispiel sein:

  • 1. Theater, Flughafen, Tagungszentrum. (Es sind auch Organisationen, die große Säle besitzen.)

  • 2. Kindergarten, Tanzschule, Flugsimulator. (Dies sind Orte, an denen gelernt wird.)

  • 3. Finanzamt, Rathaus, Polizei, Öffentliche Toilette. (Dies sind ebenfalls Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes.)

  • 4. Unternehmen, Verein, Handwerker, Kirche. (All das sind auch Arbeitgeber)

  • 5. Labor, Archiv, Südpol, Klinik. (Ebenfalls Orte, an denen geforscht wird.)


Vorgehensweise:

  • Schritt 1: Ein Merkmal des vorhandenen Systems wählen.

  • Schritt 2: Weitere Inhaber dieses ausgewählten Merkmals sammeln.

  • Schritt 3: Die Aufgabenstellung aus der Sicht dieser Inhaber lösen.

  • Schritt 4: Die so gefundenen Lösungen auf die Aufgabenstellung übertragen.


Eine Beispielanwendung
Es werden neue Marketingideen für ein Einkaufszentrum gesucht.

  • 1.Frage: Was ist ein Merkmal eines Einkaufzentrums?
    Antwort: Ein Einkaufszentrum hat viele Gänge und Räume.

  • 2.Frage: Wo gibt es sonst viele Gänge und Räume?
    Antwort: In einem Museum oder in einer Galerie.

  • 3.Frage: Was wird dort den Menschen angeboten?
    Antwort: Kunst, Bilder und Skulpturen.

  • 4.Frage: Wie können wir diese Lösung auf unsere Aufgabe übertragen?
    Antwort: Wir könnten im Einkaufszentrum die Gänge nutzen, um Bilder von Künstlern der Region oder von Kindern der örtlichen Schule auszustellen.